Wo kommen die Werte her, die heute im Westen ganz selbstverständlich vertreten werden? Was sind die Grundlagen für die Menschenrechte? Auf welchem Fundament entwickelten sich Universitäten und Krankenhäuser? Was trieb Menschen dazu an sich gegen die Sklaverei einzusetzen? Diese und andere Fragen beantwortet Alvin J. Schmidt in seinem Buch „Wie das Christentum die Welt veränderte“. Er skizziert verschiedene kulturelle Bereiche, beschreibt das damalige Denken und zeigt, wie Christen darauf Einfluss nahmen.
Schmidt beginnt sein Werk mit der Darstellung, wie Jesus Christus Menschen veränderte. Diese Veränderung zeigte sich zunächst bei seinen Jüngern, setzte sich in der frühen Christenheit fort und wirkt bis in die Gegenwart hinein. Menschen, die an Jesus glaubten, waren davon überzeugt, dass Jesus nicht einfach ein charismatischer Führer war, sondern der Sohn Gottes, der aus den Toten auferstanden ist. Damit macht der Autor klar, was das Fundament der Veränderungen in der westlichen Welt ist: Jesus Christus. In allen Jahrhunderten wirkte Jesus in den Christen und bewog sie dazu, sich an verschiedenen Stellen dem Zeitgeist entgegen zu stellen und für die christliche Sicht einzusetzen. Veränderte Menschen sind die Grundlage für eine veränderte Kultur.
Schmidt geht in vierzehn weiteren Kapiteln auf ganz unterschiedliche kulturelle Bereiche ein, die durch das Christentum nachhaltig geprägt und verändert wurden: Die Sicht auf das Leben, Sexualethik, die Rolle der Frau, Barmherzigkeit, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Wissenschaft, Arbeit, Gerechtigkeit, Abschaffung der Sklaverei, Kunst und Architektur, Musik, Literatur und abschließend auf Feiertage, Begriffe und Symbole. Seine Ausführungen sind kurzweilig und verständlich verfasst, ohne an der Oberfläche zu bleiben. Er lässt an vielen Stellen Zeitzeugen zu Wort kommen und liefert viele Belege für seine Erläuterungen. Er bringt konkrete Beispiele von Christen, die sich für das Werk Jesu einsetzten und so Einfluss nahmen. Damit schaffte es der Autor, die Lektüre zum einen interessant zu gestalten, zum anderen aber auch greifbar zu machen, wie es konkret zu Veränderungen kam.
Eine weitere Stärke des Buches ist, dass er die damals vorherrschenden Denk- und Handlungsmuster gut skizziert und damit deutlich macht, wie radikal viele der Themen damals waren, die Jesus Christus seine Jünger lehrte. Wer den Lehren Jesu treu folgte, sorgte für eine höhere Sicht auf das Leben, auf die Frau, die Ehe, die zwischenmenschlichen Beziehungen usw.
Fazit
Ich habe das Buch mit großem Interesse und Gewinn gelesen. Es hat mir eindrücklich vor Augen geführt, dass vieles von dem, was im Westen als selbstverständlich gilt, auf das Wirken von Christen zurückgeht, die Jesus Christus treu nachfolgten und sich mutig gegen den Zeitgeist stellten. Wer verstehen möchte, wie das christliche Denken die Entwicklung des westlichen Abendlandes geprägt hat, dem sei dieses Buch nachdrücklich empfohlen.
