{"id":1103,"date":"2025-08-25T06:30:00","date_gmt":"2025-08-25T04:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/heiland-herr.de\/?p=1103"},"modified":"2025-08-11T21:26:06","modified_gmt":"2025-08-11T19:26:06","slug":"das-wunder-von-narnia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heiland-herr.de\/?p=1103","title":{"rendered":"Das Wunder von Narnia"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich las unseren Kindern k\u00fcrzlich das erste Buch der Narnia-Reihe vor: Das Wunder von Narnia. Dieses Buch bildet den Einstieg in das Narnia-Universum und erz\u00e4hlt davon, wie alles begann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wunder von Narnia erz\u00e4hlt die Geschichte von der Entstehung Narnias und wie das B\u00f6se in diese Welt einzog. Die beiden Kinder Digory und Polly gelangen mithilfe von besonderen Ringen in unterschiedliche Welten, zun\u00e4chst nach Charn und sp\u00e4ter nach Narnia. Sie erleben die Sch\u00f6pfung von Narnia durch den L\u00f6wen Aslan, wecken die b\u00f6se K\u00f6nigin Jadis aus ihrem Zauberschlaf und haben sp\u00e4ter eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Nach all ihren Abenteuern kehren die Kinder in die normale Welt zur\u00fcck und behalten vor allem Aslan in Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine Kindergeschichte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">C. S. Lewis schrieb die Chroniken von Narnia in erster Linie f\u00fcr Kinder. Dies wird vor allem darin deutlich, dass die Hauptcharaktere zwei Kinder sind. Die Geschichte ist in einer einfachen Sprache geschrieben, sodass Kinder sie gut verstehen k\u00f6nnen. Der Autor wendet sich w\u00e4hrend der Geschichte immer wieder an den Leser und bezieht ihn mit ein, was f\u00fcr Kinderb\u00fccher typisch ist. Die Geschichte ist mit einer guten Portion Humor angereichert. Es gab einige Stellen, an denen die Kinder lachen mussten (vor allem die Szene mit den Tieren und Onkel Andrew).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch enth\u00e4lt allerdings auch einige Passagen, die \u00fcber eine reine Kindergeschichte hinausgehen und auf moralische und theologische Fragestellungen verweisen. Die Erz\u00e4hlung bietet somit auch f\u00fcr Erwachsene einen Mehrwert, gerade wenn man die tiefere Bedeutungsebene entdeckt. Geschichten waren f\u00fcr Lewis eine Art, wie er sein Verst\u00e4ndnis der Welt und des Christentums transportierte. Genau dies zeigt sich in den Chroniken von Narnia. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Chroniken von Narnia nicht nur Kinder faszinieren, sondern auch Erwachsenen einigen Stoff zum Nachdenken bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Geschichten zur Vermittlung der christlichen Weltsicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wunder von Narnia und generell die gesamte Reihe zeichnet aus, dass Lewis dort bewusst Bez\u00fcge zum Christentum geschaffen hat. Lewis verwendet die Geschichten u.a. daf\u00fcr, um dadurch sein Verst\u00e4ndnis der Welt und des Christentums zu den Lesern zu transportieren. Er war der \u00dcberzeugung, dass Geschichten eine starke M\u00f6glichkeit bilden, um Werte und \u00dcberzeugungen zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alister McGrath schreibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEine gute Geschichte, so erkannte er [Lewis], schl\u00e4gt die Vorstellungskraft in ihren Bann. Sie kann die \u201ewachsamen Drachen\u201c eines dogmatischen Rationalismus umgehen. Lewis entdeckte, dass Fantasy-Romane wie die von George MacDonald ihm halfen, die Begrenztheit seines strengen Atheismus zu durchschauen. Sie zeigten ihm, dass ihm etwas im Leben fehlte, wenn es auch noch ein paar Jahre dauern sollte, bis er herausfand, was das eigentlich war. Konnte er anderen helfen, dieselbe Entdeckung zu machen? Schlie\u00dflich war er doch ein anerkannter Lehrer der Literatur. Warum also nicht selbst Literatur schreiben, statt nur \u00fcber Literatur zu dozieren?\u201c<\/p>\n<cite>Lunch mit C.S. Lewis, MacGrath, S. 57<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lewis legt seine Sichtweise in diesem Fall nicht mit logischen Argumenten dar, wie McGrath betont, sondern malt sie als fesselnde Geschichte vor Augen. (Vgl. Ebd. S. 58)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Chroniken von Narnia sind also eine M\u00f6glichkeit, die christliche Weltsicht in einer Geschichte verpackt, kennen zu lernen. Lewis wollte damit Autoren wie H.G. Wells etwas entgegensetzen, die ebenfalls Geschichten schrieben und dort z.B. den s\u00e4kularen Humanismus transportierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bemerkenswerte Passagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch enth\u00e4lt einige bemerkenswerte und zitierw\u00fcrdige Stellen. Es folgen meine pers\u00f6nlichen Favoriten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Digory das erste mal in den Wald zwischen den B\u00e4umen kam:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Eigenartigste war, dass Digory schon fast vergessen hatte, wie er hierher gekommen war, noch bevor er sich recht umschaute. Jedenfalls dachte er keineswegs an Polly oder an seinen Onkel &#8211; ja, nicht einmal an seine Mutter. Kein bisschen Angst hatte er und aufgeregt oder neugierig war er auch nicht. Wenn ihn einer gefragt h\u00e4tte: \u00bbWo kommst du her?\u00ab, h\u00e4tte er wohl geantwortet: \u00bbIch war schon immer hier.\u00ab Und so kam es ihm auch vor &#8211; als w\u00e4re er schon immer an diesem Ort gewesen und h\u00e4tte noch nie Langeweile versp\u00fcrt, obwohl nie etwas passierte. Lange danach sagte er: \u00bbEs war kein Ort, an dem etwas geschieht. Die B\u00e4ume wachsen und das ist alles.\u00ab<\/em> (Seite 32)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Versuchung in der gro\u00dfen Halle (Seite 50):<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\"><em>Schlag die Glocke, ruf die Gefahr,<\/em><br>Oder schlag sie nicht, doch dann f\u00fcrwahr<br>Wirst du dich bis zum Wahnsinn fragen,<br>Was geschehn w\u00e4re, h\u00e4ttest du sie geschlagen.<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verblendung des Stolzes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbEs war die Schuld meiner Schwester\u00ab erkl\u00e4rte die K\u00f6nigin. \u00bbSie hat mich dazu getrieben. M\u00f6ge der Fluch aller M\u00e4chte f\u00fcr immer und ewig auf ihr lasten! Ich war stets bereit, mich mit ihr zu vers\u00f6hnen \u2013 ja sogar das Leben wollte ich ihr schenken, wenn sie mir nur den Thron abgetreten h\u00e4tte. Aber das tat sie nicht. Ihr Stolz war es, der die Zerst\u00f6rung der ganzen Welt herbeigef\u00fchrt hat.\u00ab<\/em> (Seite 59)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbUnd was geschah mit mit all den anderen Lebewesen?\u00abDigory war entsetzt.<\/em> <em>\u00bbMit welchen Lebenwesen?\u00ab, fragte die K\u00f6nigin.<\/em> <em>\u00bbMit den ganz normalen Leuten, die Ihnen nie was zu Leide getan haben\u00ab, sagte Polly. \u00bbMit all den Frauen und Kindern, mit den Tieren?\u00ab<\/em> <em>\u00bbVersteht ihr denn nicht?\u00ab, fragte die K\u00f6nigin, immer noch zu Digory gewandt. \u00bbIch war die K\u00f6nigin. Sie geh\u00f6rten alle mir. <strong>Sie waren doch zu keinem anderen Zweck da, als mir zu Willen zu sein<\/strong>.\u00ab<\/em> (Seite 60)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Digory und Polly mit der K\u00f6nigin in Onkel Andrews B\u00fcro:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die beiden beachtete sie nicht, jetzt wo sie mit ihnen allein war. Das sah ihr ganz \u00e4hnlich. In Charn hatte sie Polly bis ganz zum Schluss keinerlei Beachtung geschenkt, weil es Digory war, den sie benutzen wollte. Jetzt, wo sie Onkel Andrew hatte, war Digory v\u00f6llig vergessen. So ist es vermutlich bei den meisten Hexen. Sie interessieren sich nur f\u00fcr Dinge oder Menschen, die ihnen etwas einbringen. Sie sind sehr praktisch veranlagt.<\/em> (Seite 72)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechtfertigung der S\u00fcnde<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbGemein?\u00ab sagte Onkel Andrew. Er sah verwirrt aus. \u00bbOh, ich verstehe. Du meinst, ein kleiner Junge muss sein Versprechen halten. Sehr richtig; so geh\u00f6rt es sich. Davon bin ich \u00fcberzeugt, und ich bin froh, dass man dich so erzogen hat. Aber du musst wissen, dass solche Regeln \u2013 wie gut sie f\u00fcr kleine Jungen, f\u00fcr Bedienstete, f\u00fcr Frauen und f\u00fcr die Leute ganz allgemein auch sein m\u00f6gen \u2013 keinesfalls f\u00fcr Wissenschaftler, f\u00fcr gro\u00dfe Denker und Weise g\u00fcltig sein k\u00f6nnen. Nein, Digory. M\u00e4nner wie ich, die im Besitz geheimer Weisheiten sind, unterliegen nicht den gew\u00f6hnlichen Gesetzen. Desgleichen sind uns die gew\u00f6hnlichen Freuden verschlossen. Unser Los, mein Junge, ist bedeutungsschwer und voller Einsamkeit.\u00ab<\/em> (Seite 22)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bb<\/em><em>Ich hatte vergessen, dass du nur ein gew\u00f6hnlicher Junge bist. Wie solltest du auch etwas \u00fcber staatspolitische Hintergr\u00fcnde wissen? Du musst lernen, dass das, was f\u00fcr dich und Leute deines Schlags verboten ist, durchaus erlaubt sein kann f\u00fcr eine m\u00e4chtige K\u00f6nigin wie mich. Auf unseren Schultern ruht die Last der Welt. Wir sind von allen Gesetzen entbunden. Unser Los ist bedeutungsschwer und voller Einsamkeit.<\/em> (Seite 61)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00e4nderung durch Gemeinschaft<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Erst jetzt entdeckten die Kinder die beiden. Sie trugen fremdartige , herrliche Gew\u00e4nder. Vier Zwerge trugen die Schleppe des K\u00f6nigs, vier Flussnymphen die der K\u00f6nigin. Ihre H\u00e4upter waren blo\u00df; doch Helen hatte ihr Haar gel\u00f6st und sah jetzt viel sch\u00f6ner aus. \u00dcberhaupt wirkten die beiden inzwischen v\u00f6llig anders, aber das lag weder am Haar noch an den Gew\u00e4ndern. Nein, ihre Gesichter hatten sich ver\u00e4ndert. Vor allem das des K\u00f6nigs. Die ganze Sch\u00e4rfe, die Bauernschl\u00e4ue und die Streitbarkeit, die er sich als Londoner Droschkenkutscher angeeignet hatte, waren wie weggeblasen, und nun traten sein Mut und seine G\u00fcte klar zu Tage, Eigenschaften, die er schon immer besessen hatte. Vielleicht lag das an der Luft dieser jungen Welt, vielleicht auch an den Gespr\u00e4chen mit Aslan, vielleicht auch an beidem. (S. 157-158)<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich las unseren Kindern k\u00fcrzlich das erste Buch der Narnia-Reihe vor: Das Wunder von Narnia. Dieses Buch bildet den Einstieg in das Narnia-Universum und erz\u00e4hlt davon, wie alles begann. Inhalt Das Wunder von Narnia erz\u00e4hlt die Geschichte von der Entstehung Narnias und wie das B\u00f6se in diese Welt einzog. 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