Manche Christen verspüren einen falschen Druck, wenn es um das Thema persönliche Evangelisation geht. Dieser Druck wird ihnen von anderen gemacht, die persönliche Evangelisation zu dem zentralen Thema erheben. Kevin DeYoung korrigiert:
Gott hat uns unterschiedlich erschaffen und er erwartet von uns nicht, dass wir alle das Wort Gottes auf dieselbe Art und Weise weitergeben. Vielleicht wirst du zum Prediger oder Missionar berufen. Vielleicht ist das Evangelisieren am Strand, das Verteilen von Traktaten oder die Evangelisation von Tür zu Tür genau dein Ding. Vielleicht hat Gott dich befähigt, dass du besonders gut mit Fremden ins Gespräch kommen kannst. Oder Gastfreundschaft üben. Oder Schreiben. Oder öffentliche Vorträge halten. Vielleicht bekommst du auch die Gelegenheit, deinem Nachbarn von Jesus zu erzählen, weil dein Leben ein so überzeugendes Zeugnis für ihn ist. Gott möchte, dass wir ein Herz für die Verlorenen haben. Er möchte, dass wir den Auftrag der Gemeinde, in alle Welt hinauszugehen, voranbringen. Er möchte, dass wir die offenen Türen nutzen, die er uns gibt. Aber an keiner Stelle sagt er, dass persönliche Evangelisation das eine zentrale Thema ist, um das es im Leben eines Christen geht. Sünder zu erretten ist für uns unmöglich. Das ist Gottes Aufgabe. Unsere Aufgabe besteht darin, das Evangelium, das uns erreicht hat, weiterzugeben, und zwar so, wie Gott uns persönlich geschaffen hat und bei den Gelegenheiten, die er uns schenkt. Manche Christen würden gute Vertriebler abgeben, aber jeder gute Christ ist gern bereit, über Jesus zu sprechen.
DeYoung, Christsein schafft eh keiner, Verbum Medien, S. 64-65.
